Entschleunigung oder die Kunst der Langsamkeit

Die Definition der Langsamkeit können wir bei wikipedia.org vortrefflich nachlesen. Zitat: " Die Entschleunigung zeigt Wesensmerkmale der Faulheit und Muße, ohne wie diese negativ besetzt zu sein. Tatsächlich hat der stromlinienförmige Begriff der „Entschleunigung“ eine solch inflationäre Verbreitung erfahren, weil es allenthalben an Mut fehlt, für die ehrlichere Forderung nach „Verlangsamung“ einzustehen. Bei einer kleinen Rücknahme der Beschleunigung braucht niemand eine Drosselung der gewohnten Geschwindigkeit zu fürchten. Verlangsamung hingegen würde das Fortschrittsdenken radikal in Frage stellen."

Höher, schneller , weiter ... wie soll man damit Entschleunigen?

Komplexität, Effektivität, Hast, Hektik.  Die Schlagworte unserer westlich orientierten Konsumgesellschaft.  Beschleunigung - statt Entschleunigung.  Wir können wir die Geschwindigkeit drosseln und uns entschleunigen und zur gesunden Langsamkeit zurückkehren?  Wir sinnen auf Veränderung, wir wollen wieder im Einklang mit uns, der Gesellschaft und der Natur leben. Irgendetwas ist falsch gelaufen. Wir haben uns zu sehr konditionieren lassen.  Diese sinnlose Hast, diese Hektik in allen Lebensbereichen macht uns weder glücklicher noch reicher. Irgendwo ist jedes gesunde Maß auf der Strecke geblieben.  Wohin wollen wir eigentlich?  Immer höher, schneller weiter ?  Es fehlt immer noch ein weiteres Superlativ.  Wo endet das ? Im totalen Zusammenbruch? Oder sind wir gerade dabei uns selbst wieder zu regulieren?

Jede Welle schwächt sich irgendwann ab

auch wenn sie ein Tsunami ist.  So ähnlich wird es auch mit der Beschleunigung sein.  Wir sind ja gerade dabei uns wieder zu entschleunigen um in einen normalen Rhythmus zurückzufinden.  Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, so sehe ich meine Mutter oder meine Großmutter vor mir, die noch selbst kochten, strickten, nächten, putzten und das Wort Stress trotz Großfamilie, großem Haus, Geschäft und vielen Verpflichtungen nicht kannten. Alles lief in Ruhe und Gelassenheit ab. Burnout war noch ein Wort das es erst in weiter Zukunft in unser Bewusstsein schaffte.  Heute sind wir hochtechnisiert und mit allen Gerätschaften ausgerüstet, die uns die Industrie bietet. Haben wir deshalb mehr Freizeit?  Oh nein, bewahre, im Gegenteil.  Wir sind vernetzt, verkabelt und virtuell verdrahtet.  Wir haben Wasch- und Spülmaschinen, Trockner und Staubsauger die auf Zuruf arbeiten oder wie Roboter agieren. Davon konnten unsere Eltern oder Großeltern nicht mal träumen, so weit weg waren diese Errungenschaften ihrer Welt.  Nur, hilft das alles , um uns glücklicher , gelassener und zufriedener werden zu lassen. Wie wir gerade feststellen - ne, hilft nicht wirklich.

Don't worry - be happy

Ja, so sollte das Credo lauten.  Wie erreichen wir sie wieder , die Kunst der Langsamkeit, der Entschleunigung?  Wie lernen wir wieder uns auf das Wesentliche zu besinnen?  Das Wort Langsamkeit ist geradzu negativ besetzt. Assoziiert es nicht so was wie Langweile, Tristess, Gestrig oder Stehengeblieben?   Laut Deffinition ist dem absolut nicht so.  Es bedeutet im Grunde genommen, dass wir nicht wie im Hamsterrad vor uns hinrennen, eben, höher , schneller , weiter, sondern bewusst unseren Job, unsere Arbeit , unseren Alltag meistern.  Ohne Multitasking, eben Singletasking-mässig durchs Leben gehen.  Entschleunigung bedeutet auch, sich wieder auf seine Wurzeln zu besinnen und das Wesentliche zu erkennen. Verlangsamung unseres hektischen Lebens sind wir uns schuldig.  Streben wir nicht alle nach Glück, nach Ausgeglichenheit und Wohlbefinden.  Auf der Überholspur des Lebens werden wir all dies nicht finden.  

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